Einsatz am Flughafen
2016-12-01 12:01
von Administrator

Einsatz am Flughafen

Wer die Atmosphäre eines Flughafens kennt, der weiß, dass hier ungeachtet der Uhrzeit stets eine rege Betriebsamkeit herrscht. Der betroffene Flughafen in Süddeutschland bringt es täglich auf bis zu 400 Starts und Landungen und etwa 10,5 Millionen Fluggästen jährlich. Wie schwerwiegend für sämtliche Abläufe sich demnach die Folgen eines Wasserschadens auswirken, ist kaum vorstellbar.


Bild: Blick in die Ebene 3 - Reisefachmarkt

Anfang des Jahres wurde das Ingenieurbüro Tobias Ritzer zu einem Wasserschaden an einen Flughafen gerufen. Durch eine starke Vernässung betroffen waren die Ebenen drei und vier des Terminals 3 inklusive eines sich dort befindlichen Reisemarktes und der Kontrollspuren, an denen die Sicherheitsüberprüfungen stattfinden. Verursacht wurde der Wasserschaden durch eine im Boden verlegte Kaltwasserleitung für die Versorgung eines Kiosks. Der Schaden an dieser Kaltwasserleitung wurde erst bemerkt, als das Wasser bereits den kompletten Bodenaufbau durchdrungen hatte und im darunterliegenden Stockwerk im Bereich der Zollabfertigung von der Decke tropfte. Da ein Abschätzen des Schadenausmaßes nicht möglich war, wurden zunächst Feuchtemessungen mittels einer Troxler Neutronensonde durchgeführt. Über wenige ausgewählte Sondierbohrungen wurden die Messwerte verifiziert. Erst nach Erfassen der betroffenen Gesamtfläche konnte mit den Planungen der Trocknungsmaßnahme begonnen werden.

Oberste Priorität bei der Planung der Vorgehensweise hatte eine weitestgehend barrierefreie und geräuscharme Trocknungsmaßnahme. Es wurde vorausgesetzt, dass die Trocknungsgeräte weit entfernt vom eigentlich Schadenort ausgelagert werden. Es sollten keine Schläuche oder Kabel den Personenverkehr in irgendeiner Weise behindern. Die Trocknungsbohrungen wurden daher über senkrecht geführte Schläuche von der Hallendecke nach unten angeschlossen.


Bild 2: Senkrechte Führung der Trocknungsschläuche von der Hallendecke aus in die Saugbohrungen


Bild 3: Ausgelagerte Seitenkanalverdichter

Für die Trocknung der Bodenaufbauten kamen im ersten Schritt sechzehn Seitenkanalverdichter spezieller Bauart zum Einsatz. Mit handelsüblichen Maschinen waren die erforderlichen Luftmengen über die weiten Distanzen nicht zu erreichen. Die Trocknung erfolgte ausschließlich im sogenannten Saugverfahren, auch Vakuumverfahren genannt. Eine Trocknung im Saugverfahren ohne Konditionierung der nachströmenden Raumluft kann sehr langwierig sein. In der Flughafenhalle aber war eine Trocknung der Raumluft aufgrund der großen Dimension nicht möglich. Hierfür wurde eigens für diesen Schadenfall ein Verfahren entwickelt, welches es ermöglicht, konzentrierte, trockene Luft über eine Kapselung an den Ansaugöffnungen einzuspeisen. Zur Reduzierung der Geräuschbelästigung kamen neben speziellen Schalldämpfern an den Seitenkanalverdichtern auch Entkopplungsmatten zum Einsatz. Während der gesamten Maßnahme wurde der Trocknungsfortschritt intensiv überwacht. Dabei wurde über Messungen an der Ausblasluft jede einzelne Bohrung überprüft sowie die Feuchtigkeitswerte mittels Troxler Neutronensonde erfasst und dokumentiert. Schadenfälle wie der Flughafen stellen eine ganz besondere Herausforderungen dar. Doch nicht nur die örtlichen Gegebenheiten erfordern eine außergewöhnliche technische Herangehensweise. Vielmehr verlangt ein solcher Wasserschaden auch viel Einfallsreichtum und Erfahrung von den Mitarbeiten ab. Wir als Spezialsanierer schätzen uns sehr glücklich darüber, auf motivierte Mitarbeiter zählen zu können, ohne deren außerordentlichen Einsatz eine Bearbeitung solcher Schäden nicht möglich wäre.

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